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  • Mitglied vonVereenegung fir Bio-Landwirtschaft Lëtzebuerg asbl.

Pierre Witry

"Mehr als ein gewöhnlicher Bio-Bauernhof"

Bio-Bauer aus Überzeugung

Der Milchbauer aus Dippach hat seinen Hof im Jahr 2006 ganz auf Bio umgestellt. Dies kam einerseits über die Motivation, welche mit steigendem Wissen über Bio und durch den Austausch mit Biobauern wuchs, und andererseits durch die nicht-gewollte Abhängigkeit und wiederkehrenden Skandale in der konventionellen Landwirtschaft. Für Bauer Witry ist es wichtig, seinen Hof auf eine umweltfreundliche und nachhaltige Weise zu bewirtschaften und die Verbraucher für regionale und qualitative Bio-Produkte zu sensibilisieren. Der Moment, in dem man sieht wie etwas sich entwickelt, das man selber gepflanzt oder gepflegt hat, gibt ihm Zufriedenheit.

Kühe sind das Zentrum des Hofes

Die Arbeit rund um die Milchvieherde liegt im Fokus bei den Witry‘s. Dabei muss besonders auf die Fütterung der Kühe geachtet werden, sowie auf die Anpassung der Zucht der Tiere an die Hofgegebenheiten. Diese wurden durch die Errichtung eines neuen Hofes außerhalb des Ortes verbessert: Es gibt einen Offenfrontstall mit eingestreuten Liegeboxen und einen eingestreuten Kälberstall. Hier werden robuste und langlebige Kühe der Rasse Fleckvieh gehalten, die viel Grundfutter fressen können und gesund sind. Seit einigen Jahren wird auf Hornlosigkeit gezüchtet, um den Tieren die Hörne nicht abtrennen zu müssen, da diese im Alltag Probleme bereiten können.

Fast das gesamte Futter wird auf dem Hof hergestellt. Dabei wird kein Mais mehr angepflanzt. Dieser wird durch gutes Feldfutter ersetzt, welches mittels der positiven Vorfrucht-Wirkung von Leguminosen unterstützt wird. Die gesunden Kühe und stabilen Erträge sind immer noch die besten Argumente gegen die Vorurteile aus der konventionellen Landwirtschaft. Bei der Umstellung ist es hilfreich, sich umfassend mit der Wirtschaftsweise zu beschäftigen und zu identifizieren, ein starkes Selbstbewusstsein zu haben und die Unterstützung von außen anzunehmen.

Der Bauer kann als BIOG-Mitglied die Vermarktung seiner Milch selbst steuern und kann sie zudem auch noch zu 100% als Bio-Milch verkaufen. Aber nicht nur das: die frische Milch kann der Kunde auch direkt am „MilKUHmat“ auf dem Hof abzapfen, welcher mit dem Frischmilchtank verbunden ist. So werden rund 20 Tausend von den 280 Tausend Liter produzierter Milch im Jahr über den Automaten verkauft. Auf dem Hof sind außerdem noch andere BIOG Milchprodukte erhältlich. Dabei haben die Witry’s immer ein offenes Ohr für Fragen seitens der Kunden.

Projekt: MUHlti-KUHlti

Das Projekt, das von Frau Witry ins Leben gerufen wurde, gehört zum gesamtpädagogischen Konzept des Hofes. Denn auf einem Bio-Bauernbetrieb gibt es viel zu entdecken und zu erklären. Hierbei werden Schulklassen-Projekte und Programme für Kindertagesstätten organisiert. Es können aber auch private Gruppen empfangen und Kindergeburtstage gehalten werden. Frau Witry’s Ziel ist es, das Denken und Fühlen eines Bio-Hofes an die nächste Generation weiterzugeben. Dabei hilft ihr ein gutes Helferteam, liebevoll „Haffwiichtelcher“ genannt.

Pierre ist Mitglied der BIOG-Genossenschaft und Anteilinhaber der BIOG-Molkerei, die seine Milch abnimmt, verarbeitet und vermarktet.

Der größte Anreiz für eine Umstellung auf Bio war die Möglichkeit, nachhaltig und ohne Gentechnik anbauen zu können. Uns ist es besonders wichtig, ressourcenschonend und im Einklang mit der Natur zu produzieren - ohne chemische Wirkstoffe. Ebenso steht das Tierwohl bei uns ganz oben.

Pierre Witry
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