Akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies, um ein besseres Erlebnis auf unserer Website zu gewährleisten?

Erfahren sie mehr
  • News

OIKOPOLIS und BIOG treffen Landwirtschaftsminister Romain Schneider

Luxemburgs Wettbewerbsvorteil ist nicht der Preis, sondern die ökologische und soziale Qualität seiner Bio-Lebensmittel

Am 7. Juni hat ein Treffen zwischen Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) und den Verantwortlichen der OIKOPOLIS-Betriebe und der Bio-Bauere-Genossenschaft Lëtzebuerg (BIOG) stattgefunden.

Hauptgegenstand des gemeinsamen Austauschs war das politische Ziel der Regierung, den Anteil der Bio-Landwirtschaft bis 2025 auf 20 Prozent zu steigern. Aktuell beträgt die für ökologische Landwirtschaft genutzte Fläche lediglich rund 4,6 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche.

OIKOPOLIS und BIOG begrüßen das 20-Prozent-Ziel. Die ambitionierte Vorgabe wird die luxemburgische Landwirtschaftsszene zweifellos verändern. Politik und (Land-)Wirtschaft müssen sich dessen bewusst sein und auch willens sein, sich den neuen Herausforderungen zu stellen.

Als luxemburgische Bio-Pioniere mit 30-jähriger Erfahrung auf allen Stufen der ökologischen Wertschöpfung sehen OIKOPOLIS und BIOG die Verarbeitung und Vermarktung biologisch erzeugter Produkte als eine der größten Herausforderungen. Bio-Produkte sind zwar gefragt und erfreuen sich hierzulande wachsender Beliebtheit. Dem Kundenwunsch nach möglichst natürlichen, lokalen und zugleich preiswerten Bio-Produkten muss aber mit Ehrlichkeit begegnet werden. Denn in einem kleinen Land mit begrenzten Skaleneffekten in der Erzeugung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Güter ist es äußerst schwierig, mit günstigeren Bio-Importen aus dem Ausland zu konkurrieren. Das zeigt sich sowohl bei vielen Trockenprodukten wie Nudeln, Mehlen und Konserven als auch bei Milchprodukten. Und das, obwohl gerade die BIOG-Molkerei ein vollständiges Sortiment an hochwertig verarbeiteten luxemburgischen Milch- und Käseerzeugnissen bietet.

Luxemburgische Bio-Lebensmittel rein über den Preis zu vermarkten funktioniert also nicht! Wenn die Politik es mit dem 20-Prozent-Ziel ernstmeint, gilt es vielmehr, alle Bio-Akteure an Bord zu holen und die solidarische Zusammenarbeit entlang der gesamten ökologischen Wertschöpfungskette zu fördern. Und zwar zwischen all ihren Gliedern – Bauern, Verarbeitern, Händlern und Endverbrauchern. Luxemburgs Wettbewerbsvorteil ist nicht der Preis, sondern die ökologische und soziale Qualität seiner lokal und regional angebauten, verarbeiteten und vermarkteten Bio-Lebensmittel.

Und apropos Preis: Solange die wahren Kosten der stark industrialisierten und profitgetriebenen Lebensmittelwirtschaft (wie z.B. Bodenerosion, Biodiversitätsverlust und Grundwasserverunreinigung) schlichtweg externalisiert, d.h. nicht mit in die Preise eingerechnet werden, wird „bio“ gegenüber „konventionell“ – trotz steigenden Bewusstseins für bio – beim Griff ins Ladenregal oft den Kürzeren ziehen. True Cost Accounting gehört daher aus Sicht von OIKOPOLIS und BIOG zur obersten politischen Priorität in allen Bemühungen zur Stärkung einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Öko-Landwirtschaft.